Aniswichtelspiel Teil 4

Als ich den Reitkamp hinunter fuhr und schließlich auf den Parkplatz zum Café Rosengarten einbog brach bereits die Abenddämmerung herein. 

Trotz der späten Stunde war der Parkplatz noch gut besucht. ich fand einen Platz direkt am Waldeingang. 

Mit Stirnlampe und Diktiergerät bewaffnet ging ich geradeaus die aspaltierte Straße entlang. An der großen Kreuzung ging es weiter nach links. Unten an der Brücke wollten wir uns treffen.

Als ich dort eintraf wartete sie bereits auf mich. Nervös trat sie von einem Bein auf das andere. Vor lauter Aufregung brachte sie fast kein Wort heraus. Wir gingen zusammen vor der Brücke  in den rechten Weg hinein. Die Bewegung tat ihr gut und sie wurde zusehend entspannter. In der Kurve hat sie plötzlich den ersten Hinweis gewittert. Auf unserem weiteren Weg durch die Nacht hangelten wir uns von Hinweis zu Hinweis und fanden schließlich das Wichtelversteck. Ich war froh das ich mich für ein festes Schuhwerk entscheiden habe. Die Bodenverhältnisse waren nicht die besten und die jüngsten Forstarbeiten hatten die Situation nicht unbedingt verbessert.  Mathilda entpuppte sich als wahre Quasselstrippe. Sie erzählte stolz von ihrem ersten Rehkitz, welches sie erfolgreich durch die Sommerzeit gebracht hattd, vom Förster der eine neue Leckstelle eingerichtet hatte und von den Jagdhunden die oft unkontroliert durch den Wald rennen und ihr das Leben schwer machen. Als wir uns schließlich verabschiedeten hatte ich das Gefühl eine neue Freundin gewonnen zu haben.

Weihnachtliche Grüße Ihre Tina Balzetta

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Aniswichtelspiel Teil 3

Mein nächstes Interview sollte in Herten Scherlebeck stattfinden. Herr von Cap wollte mich bei Einbruch der Dunkelheit in der Stichstrasse vor dem Zubringer treffen. Beinahe hätte ich die Einfahrt vor der Brücke verpasst. Ich parkte am Ende kurz vor der Fahrradtrasse und hielt Ausschau nach dem adretten jungen rötlichen Mann. 

Lange musste ich nicht warten als eine Gestalt geschmeidig aus dem Busch trat. 

Herr von Cap hatte sich einverstanden erklärt das ich ihn ein Stück begleiten darf. Nach einer kurzen Begrüßung machten wir uns schon auf den Weg. Entlang ging es zunächst auf dem Feldweg parallel zur Bahntrasse. Herr von Cap machte keinen Hehl aus seiner negativen Einstellung zu dem Bauwerk jüngster Hertener Geschichte. 

Er erinnert sich noch daran wie Idyllisch es hier in seiner Kindheit war bevor zahlreiche Menschen durch sein Revier rannten. 

Am Ende des Feldweges ging es auf der verhassten Asphaltstrecke weiter. Herr von Cap erklärte mir das er am liebsten auf dieses ganze Weihnachsbrimborium verzichten würde. Ein alter dicker Mann im roten Bademantel wäre doch nun wirklich etwas überholt. Seine Frau jedoch behaart darauf das es wichtig ist an Traditionen festzuhalten und die Kinder warten schließlich das ganze Jahr auf ihre Geschenke.

Ich hatte zuweilen Schwierigkeiten mit dem geschmeidigen Herrn mitzuhalten, der sich im Schutz der Dunkelheit überraschend nah an den Bebauungen der Zivilisation vorbeitraute. 

Wir erreichten ein kleines Wäldchen auf der rechten Seite. Am Naturschutzschild hielt von Cap abruppt an. Die Nase in den Wind wies er mich an kurz zu warten und ging in den Wald. Ich sah ihn noch links abbiegen,  aber mehr konnte ich bei der spärlichen Beleuchtung meiner kleinen Taschenlampe nicht erkennen .  

Ich musste an seine Ausführungen zu seinem Namen denken, den er einem Zeichentrickfilm verdankte. Seine Eltern schauten gerne in den Häusern durch die Fenster in die flackernden Bilderkisten und dieser Film hatte es ihnen besonders angetan. Eine Leidenschaft die Herr von Cap nicht teilen konnte. 

Nach wenigen Minuten kam er bereits wieder zurück. In seiner etwas herablassenden Art bedankte er sich förmlich bei mir für das Gespräch – machte mir aber unmissverständlich klar das ich nun nicht weiter mitkommen dürfte. Er hätte den ersten Hinweis gefunden. Nun müsste er alleine weiter.

Mit diesen Worten verschluckte ihn die Dunkelheit. 

Tina Balzetta Lokale Tageszeitung 

Aniswichtelspiel Teil 2

Die Kolumne zum 2. Advent

Mein Gespräch mit dem kleinen roten Mann

nachdem ich mich durch den dichten Verkehr in der Baustelle gequält hatte kam ich schon sehr spät auf dem Parkplatz zum Resser Wald an der Ewaldstrasse in Gelsenkirchen an. Von hier sollte ich dem Weg weiter folgen bis zur Hütte der Wandersleute und dort auf ihn warten. 

Die Uhr im Nacken lief ich zügigen Schrittes weiter. ich hätte auch rennen können, aber ich wollte nicht völlig ausser Atem zum Interview erscheinen. Der Weg zog sich viel länger wie gedacht. Hoffentlich wartet er auf mich. Es wäre zu ärgerlich wenn der Termin nun doch noch platzen würde. Es war gar nicht so einfach gewesen jemanden zu finden, der mit einem Interview einverstanden war 

Als ich das Häuschen schließlich mit einiger Verspätung erreichte war niemand mehr zu sehen. Die Dämmerung brach bereits herein. Es war zugegeben etwas unheimlich allein im Wald. in der Hoffnung das Nusspli noch in der Nähe ist stellte ich mich im Häuschen unter. 5 Minuten werde ich warten hatte ich mir vorgenommen. Wenn er bis dahin nicht hier ist breche ich das ganze ab. 

Kaum hatte ich den Gedanken zu Ende gedachte ertönte ein lauter Knall vom Dach. Ich zuckte zusammen und brauchte etwas um meinen Verstand wieder einzuschalten. Was in drei Teufels Namen war das. Wieder einer und noch einer. Bevor ich aus meinem Unterstand treten konnte um der Sache auf den Grund zu gehen hangelte sich schon eine kleine Kreatur behände die Stütze herrunter. 

Entschuldigen Sie sagte er mit einem verschmitzten Grinsen. Die Eicheln knallen einfach herrlich auf dem Dach.

Tina Balzetta

Ich hatte schon befürchtet ich hätte dich verpasst.

Nusspli 

Sie waren noch nicht hier. Da bin ich schon mal gucken gegangen. Ich dachte die Geschenke würden in der Lichtungen hier vorne rechts nach der Kreuzung liegen, aber es war nur ein Hinweis sonst nichts. 

Tina Balzetta

Hallo Nusspli, vielen Dank das du auf mich gewartet hast und das ich dieses Interview mit dir führen darf. Was ist das für ein Hinweis von dem du gerade geredet hast?

Nusspli

Der Weihnachtsmann versteckt Hinweise im Wald damit wir die eigentlich Geschenkstelle besser finden können. 

Tina Balzetta

ich dachte die Stelle wäre aufgrund ihres Geruchs leicht zu finden

Nusspli

dem ist auch so. aber viele von uns durchlaufen nicht jeden Tag den gesammten Wald.

Tina Balzetta

was stand auf dem Hinweis?

Nusspli 

das darf ich nicht verraten haben meine Eltern gesagt. Ich darf sie auch nicht mitnehmen zu der Geschenktstelle. Das Versteck soll schließlich geheim bleiben. Ich bin dieses jahr das erste mal allein dafür verantworlich. Geschenke holen oder auf meine Geschwister aufpassen. Da fiel die Entscheidung nicht schwer. Aber nun muss ich auch los. 

mit diesen Worten verschwand er so schnell wie er gekommen war. Nur wenige Minuten konte ich dem buschigen Schwanz des Eichhörnchens  folgen bevor er aus meinem Blickfeld verschwand.

 Tina Balzetta Lokale Tageszeitung


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die Rubrik für unsere kleinen Leser


Klein Fritz fragt Tante Heike 

Woran erkenn ich auf einer Karte wo Norden ist Tante Heike? 

Oh das ist ganz einfach Friz. Leg die Kartegerade vor dich.

Nun ist Norden immer oben auf der Karte. Das ist bei Karten immmer so, selbst bei denen am Computer  und im Handy.